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Collective-Action-Initiativen als Antwort auf die digitale Transformation

8. Oktober 2020
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Photo by Yuyeung Lau on Unsplash
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FH-Prof. Dr. Markus Scholz und Maria Riegler, MSc veröffentlichen einen Beitrag im Sammelband “Digitaler Wandel und Ethik”, der von Markus Hengstschläger und dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung herausgegeben wurde.

In ihrem Kapitel „Responsible Innovation: Unternehmerische Verantwortung und Collective Action“ beleuchten die beiden IBES ForscherInnen, wie Collective-Action-Initiativen helfen können, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern.

Die Auswirkungen der digitalen Transformation zählen zu den „Grand Challenges“ des jungen 21. Jahrhunderts. Eine hohe Innovationsgeschwindigkeit verbunden mit multikausalen Regulierungslücken können massiv negative Folgen für die Gesellschaft auslösen. Unternehmen, verstanden als republikanische Corporate Citizens, tragen eine Verantwortung für die Gesellschaft und besonders für ihre konkreten Anspruchsgruppen. Die individuelle Verantwortungsübernahme durch Unternehmen ist zu begrüßen, kann aber sowohl in betriebswirtschaftlicher als auch in ethischer Hinsicht problematisch sein. Zur Überwindung dieser Probleme können Unternehmen Collective-Action-Initiativen initiieren bzw. sich in diesen engagieren. Diese Form der Zusammenarbeit von Unternehmen, ggf. unter Einbindung weiterer Stakeholder, zielt darauf ab, Probleme von gesellschaftlicher Relevanz gemeinsam zu lösen. Mithilfe kollektiver Regulierungsinitiativen (Private Governance) können bestehende Regulierungslücken geschlossen und die Folgen der digitalen Transformation moderiert und in eine gewünschte Richtung dirigiert werden. Collective-Action-Initiativen sind vor allem dann erforderlich, wenn innovationsbedingte negative Konsequenzen eine derartige Komplexität aufweisen, dass individuelle Lösungsbeiträge einzelner Unternehmen nur marginale Wirkungen zeigen, individuelles Engagement Wettbewerbsnachteile mit sich bringt oder die Bekämpfung systemischer Risiken angestrebt wird. Aus der Perspektive des unternehmerischen Risikomanagements stellen eine hohe Innovationsgeschwindigkeit, fehlender öffentlicher Diskurs über Risiken der Innovationen, eine geringe Anzahl an Expert*innen, schwache Regulatoren, fehlende Transparenz gegenüber Dritten und die Ignoranz kritischer Stimmen entscheidende Frühwarnsignale für systemische Risiken dar. Diesen Risiken kann mittels Collective Action begegnet werden.

Zu den prominenten MitautorInnen gehören u.a. neben dem Herausgeber Markus Hengstschläger, Harald Welzer, Sarah Spiekermann und Julian Nida-Rümelin.

Link zum Buch: https://www.ecowin.at/produkt/digitaler-wandel-und-ethik/